Bei der Einkaufsfinanzierung handelt es sich um eine kurzfristige Finanzierung im B2B-Handel zwischen Ihrem Unternehmen und Ihrem Lieferanten.

Die Einkaufsfinanzierung kann also – entsprechend der Forderungsfinanzierung – als Verbindlichkeitenfinanzierung bezeichnet werden.

Chart: Schema der Einkaufsfinanzierung

Ablauf

Ihr Unternehmen erhält eine Kreditlinie (ähnlich des Kreditlimits bei einem Kreditversicherer für Debitoren).
Sie bestellen Ware bei Ihrem Lieferanten, der gleichzeitig eine Information erhält, dass die Faktura an einen Einkaufsfinanzierer zu stellen ist.
Mit der Lieferung der Ware -3b- an Ihr Unternehmen wird die Faktura -3a- an den Einkaufsfinanzierer gestellt. Dieser erstellt „in der gleichen Sekunde“ eine Rechnung an Sie.
Der Zulieferer wird binnen von 7 Tagen unter Skontierungskonditionen bezahlt.
Sie zahlen innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels (nach 4 Monaten).

Der Vorteil liegt u.a in dem Erwerb einer zusätzlichen Kredit-Linie (und einer höheren Liquidität) sowie möglicher Zusatzgeschäfte, da der Einkaufsfinanzierer (der ein Top-rating besitzt) und der Zulieferer damit eine hohe Zahlungssicherheit erlangt.
Somit kann dieses Instrument auch für das Einkaufsmanagement eingesetzt werden.
Die Finanzierungslimite können von 100.000 € bis zu 15.000.000 € liegen.
Abhängig von Ihrer Bonität, Unternehmensgröße etc.

Branchen: Möglich sind fast alle Branchen, auch die beim Factoring ausgeschlossenen Industriezweige wie Bau, Bauneben, Anlagenbau, EDV etc.

Prüfung: Zur Einrichtung eines Rahmenvertrags sind Jahresabschlüsse sowie die Zustimmung des Lieferanten notwendig.

Kosten

Fortlaufend: Zinsen vom Bruttoumsatz ab dem 2. Monat von 0,5 bis 2% (ca., tagesgenau).
Installationskosten (einmalig): ca. 1% der Kreditlinie.
Bearbeitungsgebühr i.H.v. 500€
{nur für den Fall, dass kein Kreditlinit eingeräumt werden kann.}
Bereitstellungsprovision ab dem 2. Jahr
{nur für den Fall, dass keine Prozesse über den EKF-Kreditgeber abgewickelt werden.}
Überziehungszinsen
{für den Fall, dass das Zahlungsziel (z.B. 120 Tage) nicht eingehalten wird.}

Export

Die Einkaufsfinanzierung eignet sich auch speziell für Importe.
Der maßgebliche Vorteil liegt in der Finanzierung bereits ab Verschiffung. Hierfür werden vom Einkaufsfinanzierer die Bill-of-lading, die packing-list sowie die Rechnung/Invoice benötigt. Ferner muss ein Mitarbeiter Ihres Unternehmens die ordnungsgemäße Verladung im Exportland überprüfen.